„Abgemeldet nach unbekannt 1942“
So lautete der Titel einer geschichtlichen Vortrags- und Diskussionsveranstaltung, die vor kurzem von der Volkshochschule und dem Verein für Orts- und Heimatkunde gemeinsam durchgeführt wurde. Georg Möllers und Jürgen Pohl als Referenten des Abends berichteten über die bisher kaum bekannten Deportationen von Juden aus dem Vest Recklinghausen, die im Winter1942 in großen Zugtransporten unter elenden Bedingungen in das lettische Riga führten. Dazu gehörten auch jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger aus Gladbeck, so die namentlich bekannten Martha und Phoebus Perlchaim sowie Ester und Hermann Endel, die wie die meisten anderen Deportierten zu Tode kamen.
Anlass für die Veranstaltung war der Beitritt der Stadt Gladbeck zum „Deutschen Riga-Komitee“ vor genau zwei Jahren im März 2024. Dieses Städtebündnis hat sich zur Aufgabe gemacht, an die über 25.000 jüdischen Bürgerinnen und Bürger zu erinnern, die in den Jahren 1941/42 aus ihren Städten nach Riga deportiert und in ihrer überwiegenden Zahl im Wald von Bikernieki ermordet wurden.
Die Volkshochschule Gladbeck startet im Herbstsemester wieder mit einem vielfältigen Angebot rund um Fremdsprachen und interkulturelle Bildung. Ob für den Urlaub, den Beruf oder einfach aus Freude am Lernen – hier finden Anfänger:innen und Fortgeschrittene den passenden Kurs.
Entdecken Sie die Freundschaft zwischen Gladbeck und seiner Partnerstadt Marcq-en-Barœul!
Entdecken Sie die Freundschaft zwischen Gladbeck und seiner Partnerstadt Marcq-en-Barœul!
Dr. Ernst Michael Jovy, ein Sohn des ersten Gladbecker Oberbürgermeisters, wurde am 9. März 1920 in Gladbeck geboren und lebte hier bis 1931. Bereits als Jugendlicher war er in verschiedenen illegalen Organisationen gegen den Nationalsozialismus tätig, bis er schließlich selbst eine später nach ihm benannte Widerstandsgruppe gründete. 1939 erstmals verhaftet, wurde Jovy im September 1941 zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt. Aus der Haftanstalt Siegburg heraus knüpfte er Verbindungen zu den Kölner Edelweißpiraten. Es gelang ihm sogar, eine ihrer Gruppen bei der Rettung verfolgter Juden zu unterstützen. Dafür wurde er zwei Monate vor seinem Tod, am 18. November 1983, von der Gedenkstätte Yad Vashem als "Gerechter unter den Völkern" geehrt.
